
Salve, centurio!
Auch wenn es bei uns keine gallischen Dörfer gab, die sich der römischen Herrschaft entzogen, ist es doch interessant, dass römische Siedler auch im Innviertel Spuren hinterlassen haben. Um unsere (ORG 6) Wissbegier zu stillen, organisierte unser lieber Geschichtelehrer einen Ausflug nach Altheim in ein kleines, lokales Römermuseum, genannt das „Ochzethaus“. So konnten wir hautnah erleben, wie die alte Besatzungsmacht im Gebiet des Unteren Inns gelebt und gearbeitet hat, und die Ergebnisse der regionalen Feldforschungen und archäologischen Arbeiten besichtigen: originale römische Artefakte wie Münzen, Keramiken, Werkzeuge, Alltagsgegenstände, Karten mit den Stationen der römischen Legionen neben Darstellungen z. B. zum Alltag einer römischen Familie. Was verstanden die Römer unter einer Familie? Wie gestaltete sich das Leben auf einem römischen Gutshof? Wie gingen die Römer mit dem Tod um?
Bei der Frage, welche Erfindungen, Pflanzen und heute Allgegenwärtiges auf die Römer zurückgehen, konnten wir z. B. anhand von Modellhäusern erkennen, wie stark die Architektur profitierte: Häuser, die davor aus Holz gebaut worden waren, hielten, nun aus Ziegeln gefertigt, Wind und Wetter stand. Kirschen wie auch Nüsse bereicherten seit damals den Speiseplan unserer Vorfahren und manche übriggebliebene Muschelschale zeugte von den Essgewohnheiten der reicheren römischen Bewohner.
Begeisterung wurde im oberen Stockwerk des Museums sichtbar, wo wir ausprobieren konnten, wie es sich anfühlt, mit einer Kielfeder (echte Vogelfeder) und einem Tintenfass zu schreiben. Mussten römische Schüler genauso viel lernen wie die Schüler heute? Wie gestaltete sich der Alltag der römischen Jugend?
Wir konnten römische Schrauben und Nägel betrachten, mit Miniziegeln römische Minihäuser bauen, Mosaikmuster legen und lernen, woher die Redewendung „Gut aufgehoben“ ursprünglich stammt: Wenn ein Kind auf einem Hof geboren wurde, wurde es zu den Füßen des Gutsherrn gelegt. Wenn dieser es aufhob, war dies das Zeichen, dass es am Leben bleiben durfte.
Zum Abschluss wurden wir in einer Nebenkammer mit der römischen Mode bekannt gemacht und durften uns verkleiden. Mit viel Enthusiasmus stürzten wir uns auf die Kleider, Togen, Schilder, Schwerter und sogar Perücken. So spürten wir ein wenig das römische Lebensgefühl an unseren Körpern und für ein paar Schnappschüsse posierten wir vor einem echten römischen Streitwagen.
Schließlich hinterließen auch wir unsere Spuren im dortigen Gästebuch und verabschiedeten uns von dem sehr netten Leiter des Museums. Alles in allem war es ein informativer und abwechslungsreicher Ausflug in eine andere Zeit und eine gelungene Ergänzung zum Geschichtsunterricht in der Klasse!
Bildnachweis: K. Ramskogler











