
Maturanten auf Argentinienreise
Jedes Jahr geht der spanischlernende Teil der Maturaklasse Bogenhofens auf eine ein- bis zweiwöchige Sprach- und Kulturreise nach Spanien. So bildend und gemeinschaftsfördernd diese Reisen auch sind, es blieb doch immer ein Wunsch offen: Könnten wir nicht etwas noch Sinnvolleres tun, das nicht nur uns bereichert, sondern auch anderen Menschen hilft?
Es entstand der Traum von einer ORG 8-Missionsreise.
Doch ein Traum allein reicht nicht aus. Wie sollte man mit einer Schulklasse eine Missionsreise außerhalb Europas finanzieren? Die Kosten schienen viel zu hoch.
Bei einem Elternsprechtag kamen wir mit dem Vater einer Schülerin ins Gespräch. Er ermutigte uns, im Glauben voranzugehen, und schlug vor, die Reise durch Spenden und Projekte der Schüler selbst zu finanzieren. Keiner von uns hatte bis dahin ernsthaft an diese Möglichkeit gedacht. Dieser Gedanke setzte etwas in Bewegung. Plötzlich schien der Traum nicht mehr unerreichbar. Die Schüler waren motiviert, sammelten Spenden und engagierten sich mit großem Einsatz. Innerhalb weniger Monate waren die Weichen für ein einwöchiges Missionsprojekt gestellt.
Im März 2026 war es schließlich so weit. Gemeinsam mit sieben Schülern der ORG 8 reisten wir nach Argentinien. Wir verbrachten einige Tage an der Universidad Adventista del Plata. Im April kam dann der Höhepunkt der Reise: Eine etwa 12-stündige Busfahrt führte uns zum ISAM (Instituto Superior Adventista de Misiones) nach Misiones, wo wir herzlich von dem Lehrerkollegium, den Seelsorgern und dem Personal empfangen wurden.
In Misiones durften wir unter den Guaraní, den Ureinwohnern Argentiniens, arbeiten. Gemeinsam mit Schülern einer örtlichen Schule halfen wir beim Bau eines Holzhauses für eine bedürftige Familie. Die Arbeit war anstrengend. Die Temperaturen waren hoch, die Tage lang, und oft waren wir am Abend völlig erschöpft. Doch wir hatten alle dasselbe Ziel vor Augen: Menschen zu helfen, die unter sehr einfachen Bedingungen leben.
Nach und nach entstanden Freundschaften. Besonders die Kinder begegneten uns zunächst mit Zurückhaltung, doch langsam gewannen wir ihr Vertrauen. Bei den täglichen Andachten konnten wir nicht nur gemeinsam singen und beten, sondern auch die Botschaft von Jesus weitergeben.
Schon bei unserer ersten Andacht teilte eine Missionarin ein Zitat von Albert Schweitzer mit uns, das mich seitdem begleitet: „Ich weiß nicht, wie euer Schicksal sein wird, aber eines weiß ich: Die einzigen unter euch, die wirklich glücklich sein werden, sind diejenigen, die gesucht und gefunden haben, wie sie dienen können.“
Damals gefielen mir diese Worte. Doch erst in Misiones verstand ich ihre wahre Bedeutung. Wir hatten gelernt, dass wahre Freude nicht darin liegt, etwas zu bekommen, sondern etwas zu geben. Nicht darin, bedient zu werden, sondern anderen zu dienen.
Als wir nach dieser Woche die Heimreise antraten, waren wir müde, aber glücklich. Ein Traum war Wirklichkeit geworden. Und wir hatten erlebt, dass Gott Türen öffnen kann, wo wir lange nur eine Wand gesehen hatten.
(Tatjana T., Spanischlehrerin am ORG)
Bildnachweis: ORG 8









































