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2006-02-14
SMs Palau

Details aus den Missionsgebieten

Dieser Bericht ist zwar nicht mehr brandaktuell, gibt aber doch noch mehr Einblick in das Leben unserer Studentmissionarin, Cristina, als der Bildbericht, den wir schon im Herbst online gestellt haben. Wir hoffen, bald wieder Updates der Erlebnisse unserer SMs berichten zu können.


Ein kleines Hallo möcht ich euch allen schicken! Am Anfang war es nicht so leicht, einen guten und billigen Internetanschluss zu finden und dann war es nicht mehr so leicht, Zeit zu finden….

Ich kann nicht glauben, dass ich jetzt schon beinahe 3 Monate von Zuhause und euch weg bin. Wie schnell die Zeit vergeht und wie viel sich verändert hat! Manchmal realisiere ich erst, wenn ich eure E-Mails lese, wie weit weg ich von euch allen bin und wie sehr ihr mir fehlt …

Mein Leben hier ist ganz anders, als ich es mir vorgestellt hab, ganz anders als mein Leben zuvor. Ich muss zuerst sagen, dass die Entscheidung, hierher zu kommen, wahrscheinlich die beste in meinem ganzen Leben war. Ich bereue keinen Moment, hier zu sein ...

Es ist nicht nur die wunderschöne paradiesähnliche Umgebung und Natur, nein, vor allem sind es die Menschen, die es hier so besonders machen. Ich bin Teil einer genialen Gruppe von Sm`s. Wir sind 4 Europäer, 1 Kanadierin, 1 von den Bahamas und der Rest natürlich aus den USA. Ja ich hab sogar das Privileg, Deutsch zu sprechen, weil Mladen aus Deutschland kommt. Ihr glaubt gar nicht, wie sehr das hilft und wie schön es ist, die eigene Sprache zu sprechen. Doch ich schätze jeden einzelnen aus der Gruppe, und vor allem genieße ich es, mit diesen Leuten hier dasselbe Ziel zu verfolgen. Hab schon nur in dieser kurzen Zeit soviel lernen dürfen.

Ich unterrichte jeden Tag von 8 Uhr Früh bis 3 Uhr Nachmittag die zweite Klasse Volksschule. Das heißt ohne eine wirkliche Pause, bin sogar in der Mittagspause bei den Kindern und esse mit ihnen - glaubt mir, das kann manchmal echt anstrengend sein!

Ich unterrichte bis auf Sport, Computer und Musik alle Fächer( English, Math, Spelling, Handwriting, Reading, Social Studies, Science, Phonics, Library, Art, Bible) natürlich in Englisch, doch dadurch dass meine Bücher echt gut sind, ist es leichter, als ich gedacht hab. Ja, es macht sogar ziemlich Spaß, den Unterricht vorzubereiten und die eine oder andere kreative Idee einzubringen. Ich hab 21 Kinder zwischen 6 und 9 Jahren und eines ist lebendiger und Energie geladener als das andere! Am Anfang dachte ich, dass ich es nie schaffen würde, Ruhe und Ordnung in diese Klasse zu bringen, weil diese Kinder solche Dinge wie sitzen bleiben und ruhig zuhören nicht kennen. Es war eine große Herausforderung, aber mit Gottes Hilfe hab ich es geschafft. Gestern war der erste Elternsprechtag und ich habe hören dürfen, wie dankbar die Eltern sind, weil sich ihre Kinder so verändern haben in der kurzen Zeit. Ja, das ist womöglich das schönste hier - zu erleben, wie sich meine Kinder verändern, wie sie dir voll und ganz vertrauen und von dir lernen wollen. Ich hab erkannt, dass meine Mission diese Kinder sind, jedes einzelne ist einzigartig und besonders auf seine eigene Art. Sie sind mir so sehr ans Herz gewachsen, dass ich mich jetzt schon frage, wie ich jemals diesen Ort verlassen werde können! Meine Aufgabe hier ist nicht leicht und oft bin ich verzweifelt und habe keine Energie mehr. Da ist so viel zu tun … ich habe den höchsten Respekt vor allen meinen Lehrern, denn nichts ist so schrecklich wie Hunderte von Papers, die verbessert werden müssen!

Doch immer, wenn ich am Boden bin und glaube aufgeben zu müssen, hat Gott mich aufgehoben und mir neue Kraft gegeben. Das wahrscheinlich Schönste hier ist zu spüren, dass Gott mit und bei mir ist. Ich muss sagen, ich hab das in meinem Leben noch nie so stark verspürt wie in den letzten 3 Monaten. Ich möchte euch darum alle ermutigen: Wagt den Sprung in Gottes Hände und gebt ihm die Führung in all euren Entscheidungen! Wenn man alles Gott übergibt und etwas tut, was über dem eigenen Können ist, dann erkennt man erst, was es heißt, ihm zu vertrauen. Jeden Tag stehe ich vor Situationen, die ich ohne Gottes Hilfe nicht bewältigen könnte. Jeder von euch, der mich kennt, weiß, dass Selbstbeherrschung und Geduld nicht gerade zu meinen Stärken gehören, doch genau das brauche ich hier. Gott hat mir in den unglaublichsten Situationen die Ruhe und Weisheit gegeben, das Richtige zu tun- obwohl das vielleicht gar nicht die typische Tina- Reaktion war.

Wie schon gesagt: Ich liebe meine Kinder, und es ist eine wahnsinnige Aufgabe und Erfahrung, sie zu unterrichten. Doch jetzt will ich euch nach einiges von diesem Inselparadies schreiben. Ich lebe in der Hauptstadt von Palau, Koror, in einem Apartment mit 6 anderen Mädels und hab ein Zimmer, das ich mit einem Mädchen teile. Wir haben Klimaanlage und anderen Komfort - mehr, als ich gedacht hab und weit entfernt von jedem Dschungelleben! Wir sind relativ nah an der Hauptstraße und bei allen „großen“ Einkaufszentren, die fast alle amerikanischen Produkte haben, die es gibt - das heißt Oreos und Root Beer ohne Ende! Es ist schön hier, wo ich lebe, doch die wirklich schönen Plätze findet man außerhalb von Koror. Wenn wir uns ein bissl entspannen wollen, gehen wir oft weg von hier, um zu angeln oder zu schwimmen. Man kann hier wunderschöne Wasserfälle besuchen …

Es gibt auch einen Strand, wo man super surfen kann - der Ort, wo Katie wahrscheinlich die meiste Zeit verbracht hätte … einfach traumhaft!! Hab mich auch schon im Bodyboarden versucht - macht unglaublich viel Spaß, aber es ist schwerer, als es aussieht …

Wenn man aber das Allerschönste sehen will, muss man mit einem Boot auf die umliegenden Inseln fahren … zum Beispiel: Rock Islands! Schaut euch die Photos an (siehe Bildbericht vom Oktober - PDF-Datei unten) - es ist einfach mega schön - man glaubt echt, dass man im Paradies ist. Wir verbringen manchmal unsere Wochenenden dort, und das sind mit Abstand die coolsten Tage hier … Man ist hier von soviel Schönheit umgeben, dass man sich sogar ziemlich schnell daran gewöhnt. :-) Letztes Wochenende waren wir auf der Insel Peleliu - die ist sogar bewohnt und hat auch Autos mit viel besseren Straßen als wir hier. Das war ein echt abenteuerliches Wochenende, denn ich habe ein Krokodil, eine Schlange und einen Hai angegriffen! Ohne Scherz ... das Krokodil haben sie gefangen gehalten, um es nach Koror zu schiffen und zu essen (PFUI) ... und da es festgebunden war (das Maul war auch zugebunden), hab ich seinen Schwanz angegriffen - ein unglaubliches Gefühl. Als wir dann am Samstagnachmittag dort ein paar Höhlen besichtigt haben, welche die Japaner damals im zweiten Weltkrieg gegraben haben (ja, die Japaner haben dort gegen die Amis gekämpft, und da gibt’s noch andere interessante Dinge zu sehen), sind wir einer kleinen Boaschlange begegnet (nicht giftig). Ich hab natürlich die Panik bekommen, doch einer unserer Jungs hat sich gleich mit ihr angefreundet ... und irgendwie hab ich mich dann auch getraut. Der Höhepunkt war aber Samstagnacht, als wir mit dem Boot raus fischen gefahren sind und wir drei kleine Haie, alle so 1 Meter lang, gefangen haben. Da es illegal ist, diese zu fangen, haben wir sie wieder zurück ins Meer geworfen, und ich hab wieder die Gelegenheit genutzt und einen in die Hand genommen ... es gibt sogar ein Beweisfoto, doch das hab ich leider nicht ... :-)
Tja, wie ihr merkt, gibt es hier einiges zu erleben, und ich genieße es, hier zu sein - auch wenn es nicht immer leicht ist und ich euch alle sehr vermisse, bereue ich keine Minute. Ich will euch danke sagen für eure Gebete und eure lieben E-Mails. Ich kann euch gar nicht sagen, wie ermutigend das ist!!! Hoffe, dass es jedem einzelnen von euch gut geht und dieses Mail euch einen kleinen Einblick in mein jetziges Leben gegeben hat.

Bin Gott dankbar zu wissen, dass wir alle in seiner Hand geborgen und sicher sind! Hoffe man bleibt in Kontakt …

Gottes Segen!
Eure Cristina

Nachfolgend die PDF, in der ihr noch einmal die Bilder ansehen könnt:

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