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2005-06-20
Unsere Evangelisten in Jamaika

Die Evangelisation ging vor einigen Tagen zu Ende, heute kehrten die letzten Evangelisten aus Jamaika in ihre Heimat zurück. Ihr Einsatz wird ihnen wohl in tiefster Erinnerung bleiben, denn sie haben viele Erfahrungen gemacht. Es sind auch noch Berichte eingetroffen von einem unserer mitwirkenden Studenten, Thomas Eißner, an denen wir euch gerne teilhaben lassen wollen.

Die ersten Vorträge liegen hinter uns. Jeder hat inzwischen seine Gemeinde, Prediger, Älteste und die Geschwister kennen gelernt. So wie überall sind die Gemeinden hier verschieden. Manche haben sich auf die Evangelisation sehr gut vorbereitet, sind gut organisiert und unterstützen den/die Verkündiger. Andere Gemeinden sind wohl davon ausgegangen, dass der Evangelist alles alleine machen wird. Aber in jeder Gemeinde läuft am Abend ein Programm. Die Kultur ist anders. Die Predigt wird zu einem Dialog zw. Sprecher und Gemeinde: "Yeah Man!", "Tell us, Preacher!", "AMEN!", "Yes, Pastor!" Man kann die Leute bitten, den Bibeltext mitzulesen, dann liest die ganze Versammlung hörbar vor.

Dadurch, dass hier in Kingston anfangs alles anders kam, als wir es dachten, waren wir entmutigt. Man darf die andere Seite, die bösen Mächte, nicht unterschätzen. Und gerade sie können manchmal so unerwartet kommen und am schwächsten Glied angreifen. Da hat uns Gott in seine Schule genommen, so dass wir Flexibilität und Zufriedenheit lernen. Denn was man nicht ändern kann, nehme man besser dankbar und zufrieden an. Das fällt im ersten Moment schwer, aber der Herr gibt uns die Kraft dazu. ...

Meine Gemeinde, Whitfield Town, ist im schlimmsten Stadtteil von Kingston, im Ghetto. Selbst Jamaikaner würden nicht freiwillig in dieses Gebiet fahren. Was ist das Problem? Straßenkämpfe! Es gibt hier Banden, die - vielleicht aus Langeweile- so einen Krieg anfangen, weil die eine Bande möglicherweise das Gebiet der anderen übertreten hat. Das passiert so jede Woche einmal. Gestern Abend (Sonntag, 5. Juni) rief mich mein Prediger an ... und meinte, ich könnte an diesem Abend nicht predigen. Warum? Es wäre wieder ein "War" ausgebrochen. Polizei und Soldaten hätten die Strassen gesperrt. Niemand könnte in das Gebiet hinein oder hinaus, der dort nicht wohnte. Somit war der Abendvortrag für mich ausgefallen.

Im Ghetto leben die Menschen, die keine Arbeit haben. Ohne Arbeit - kein Geld; kein Geld für Krankenversicherung, für medizinische Versorgung, Essen, Strom, etc. So erlaubt sich z. B. die Stromgesellschaft, regelmäßig den "Saft" für das Ghetto abzuschalten. Warum das ausgerechnet fast jeden Abend ab ca. 19:30 Uhr sein muss, wo wir unsere Evangelisation beginnen wollen ... das ist dann nicht mehr so lustig. Leider wird es hier ab ca. 19:00 Uhr dunkel. Das heißt, da ist das ganze Ghetto dunkel. Da trauen sich die Leute nicht mehr, in die Gemeinde zu kommen, und die Geschwister wollen eigentlich so schnell wie möglich wieder nach Hause. Mit anderen Worten: Vielleicht kommen noch 40 Leute, aber keine Gäste. Als der Strom zum ersten Mal weg war, stand das Thema Daniel 7-9 auf dem Plan, die „2.300 Abend-Morgen“. Dazu braucht man wenigstens eine Tafel, aber die Gemeinde hat nicht mal das. So habe ich schnell ein anderes Thema gepredigt, auf das ich mich nicht vorbereitet hatte: „Das Gesetz Gottes“. Stell dir vor: Du predigst in die Finsternis hinein - noch nicht mal weiße Augen oder Zähne sind zu sehen - aber es kommen Rufe wie "AMEN" und "Tell us, Preacher" zurück. Leider hatte ich vergessen, auf die Uhr zu schauen, und als der Strom wieder da war, was es schon fast 21:30 Uhr. ...

In der letzten Woche hatte ich nur am Mittwoch Strom. Am Donnerstag war ich dann schon fast verzweifelt, doch der Herr war gnädig: Als ich mit der Predigt beginnen wollte, war der Strom wieder da!

Ich weiß nicht, ob ich heute Abend wieder predigen kann. Ich erwarte noch einen Anruf. Durch die Stromabschaltungen muss ich mich auf die Predigten anders vorbereiten und lerne hier Flexibilität. Ich danke Gott für diese Schule. Sollte ich heute Abend predigen, dann vermutlich wieder ohne Strom. Aber wir haben einen allmächtigen Gott, und er enttäuscht uns niemals. Amen? AMEN!

Danke, dass DU in deinen Gebeten an das Werk des Herrn hier in Jamaika denkst!

Mit Grüßen von allen Evangelisten in Jamaika,
Thomas Eißner

(Berichte vom Administrator gekürzt)

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